Bei der intervallabhängigen Instandhaltung wird nach festen Vorgaben gewartet, nicht erst beim Ausfall. Diese Strategie wird auch vorbeugende oder präventive Instandhaltung genannt. Der entscheidende Hebel steckt aber im Detail: im richtigen Intervall.
Setzen Sie das Intervall zu eng, tauschen Sie Teile, die noch einwandfrei laufen, und verschenken Geld. Setzen Sie es zu weit, riskieren Sie ungeplante Stillstände. Die Grundlagen der Strategie erklären wir im Beitrag vorbeugende Instandhaltung. Dieser Artikel geht einen Schritt weiter und zeigt, wie Sie die Intervalle konkret festlegen und optimieren.
Ein Wartungsintervall lässt sich an drei Bezugsgrößen ausrichten. Welche passt, hängt davon ab, wodurch das Bauteil verschleißt.
| Intervall-Basis | Intervall-Basis Wann sinnvoll | Beispiel |
|---|---|---|
| Kalenderzeit | Gleichmäßige Alterung, unabhängig von der Nutzung | Filtertausch alle 3 Monate |
| Betriebsstunden | Verschleiß hängt an der Laufzeit der Maschine | Ölwechsel alle 2.000 Betriebsstunden |
| Produktionszyklen | Verschleiß hängt an der Stückzahl oder an Schaltspielen | Werkzeugwechsel alle 50.000 Takte |
Hier wird in festen Zeitabständen gewartet, etwa monatlich oder jährlich. Das eignet sich, wenn ein Bauteil unabhängig von der Nutzung altert, zum Beispiel durch Korrosion oder Materialermüdung.
Diese Basis richtet sich nach der tatsächlichen Laufzeit der Maschine. Sie ist sinnvoll, wenn der Verschleiß direkt an der Betriebsdauer hängt, etwa bei Lagern, Getrieben oder Hydraulik.
Manche Bauteile verschleißen nicht mit der Zeit, sondern mit der Stückzahl oder mit der Zahl an Schaltspielen. Dann ist die Zählung von Takten oder Zyklen die genaueste Bezugsgröße, zum Beispiel bei Werkzeugen oder Ventilen.
Ein belastbares Intervall entsteht aus drei Quellen, die Sie zusammenführen:
1. Herstellerangaben
Die Herstellerangaben bilden den Ausgangspunkt und die Mindestvergabe für das Intervall.
2. Erfahrungswerte
Erfahrungswerte aus dem eigenen Betrieb und von vergleichbaren Anlagen liefern wichtige Orientierung.
3. Tatsächliche Belastung
Die tatsächliche Belastung, etwa Schichtbetrieb, Umgebungsbedingungen oder Auslastung, bestimmt das passende Intervall.
Ein Beispiel:
Der Hersteller nennt für ein Getriebe einen Ölwechsel alle 2.000 Betriebsstunden. Läuft die Anlage im harten Dreischichtbetrieb, kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein. Läuft sie nur selten, lässt sich das Intervall unter Umständen strecken. Entscheidend ist, die Vorgabe an Ihre Realität anzupassen, statt sie blind zu übernehmen.
Wichtig ist außerdem, kritische von unkritischen Anlagen zu trennen. Bei einer Maschine, deren Ausfall die gesamte Produktion stoppt, planen Sie das Intervall bewusst konservativer. Bei unkritischen Anlagen darf es großzügiger ausfallen. So verteilen Sie Ihren Wartungsaufwand dorthin, wo er den größten Nutzen bringt.
Ein falsch gewähltes Intervall kostet in beide Richtungen Geld. Beide Fehler sollten Sie vermeiden.
Intervall zu eng
Wird ein Bauteil nach Plan getauscht, obwohl es noch einwandfrei funktioniert, entstehen unnötige Material- und Personalkosten. Auch jeder Wartungseingriff selbst bindet Zeit und kann neue Fehlerquellen schaffen.
Intervall zu weit
Ist das Intervall zu lang, kann ein Schaden zwischen zwei Terminen auftreten und unbemerkt bleiben. Aus einem kleinen Verschleiß wird dann ein teurer, ungeplanter Stillstand. Genau das soll die geplante Wartung eigentlich verhindern.
Ein Intervall ist keine einmalige Festlegung, sondern ein Wert, den Sie über die Zeit schärfen. Grundlage dafür sind saubere Daten darüber, wann an welcher Anlage tatsächlich Verschleiß, Ausfälle oder Nacharbeit auftreten. Ohne diese Rückmeldung bleibt jede Intervallplanung eine Schätzung.
Hier setzt i|NORIS®-DMI an. Die Lösung stellt die Wartungsanweisungen direkt am Arbeitsplatz bereit, erinnert an fällige Intervalle und dokumentiert jeden Schritt revisionssicher. So entsteht eine verlässliche Datenbasis, statt Lücken auf Papierlisten.
Über Daten und Auswertungen erkennen Sie, an welchen Anlagen sich Probleme häufen, und passen die Intervalle gezielt an. Wer diesen Schritt konsequent geht, nähert sich der zustandsabhängige Instandhaltung.
Die intervallabhängige Instandhaltung ist nur so gut wie ihre Intervalle. Entscheidend ist die richtige Bezugsgröße, also Kalenderzeit, Betriebsstunden oder Produktionszyklen, kombiniert mit Herstellerangaben, Erfahrung und der realen Belastung.
Ein zu enges Intervall verbrennt Geld, ein zu weites riskiert Ausfälle. Wer die Intervalle sauber dokumentiert und datenbasiert nachschärft, findet den wirtschaftlichen Mittelweg und legt zugleich die Basis für eine zustandsabhängige Wartung.
Weniger Ausfälle
Höhere Effizienz
Mehr Transparenz
Im Kern ja. Intervallabhängige Instandhaltung ist eine gängige Bezeichnung für die vorbeugende oder präventive Instandhaltung, bei der nach festen Intervallen gewartet wird. Der Begriff betont den entscheidenden Punkt, nämlich das feste Intervall als Auslöser der Wartung.
Das hängt vom Bauteil ab. Altert es unabhängig von der Nutzung, passt die Kalenderzeit. Hängt der Verschleiß an der Laufzeit, sind Betriebsstunden geeigneter. Zählt die Stückzahl, sind Produktionszyklen am genauesten. Oft werden mehrere Größen kombiniert.
Sinnvoll ist eine regelmäßige Überprüfung, etwa jährlich oder nach auffälligen Ausfällen. Eine belastbare Datenauswertung zeigt, ob ein Intervall zu eng oder zu weit gesetzt ist, und liefert die Grundlage für eine gezielte Anpassung.
Ja. Digitale Wartungspläne terminieren die Intervalle, erinnern an fällige Aufgaben und dokumentieren jeden Schritt. Diese Daten lassen sich an bestehende ERP- und Maschinensysteme anbinden, sodass keine Insellösung entsteht.
Erfahren Sie, wie i|NORIS®-DMI Ihre Wartungsintervalle datenbasiert optimiert und Ihre Instandhaltung effizienter macht.